Am 19. Mai 2001 feiert Schalke 04 Minuten lang die Deutsche Meisterschaft. Am Ende ist der Club und seine Fans "Meister der Herzen". 25 Jahre später erinnert sich unser Webmaster.
Größer als in diesen Minuten war die Enttäuschung wohl nie: Schalke 04 war schon Deutscher Meister für uns, vier Minuten lang. Dann wurde uns der Titel genommen. Was für eine Enttäuschung - aber für einen von uns der größte Schalke-Moment seines Lebens.
Unser Webmaster Tobias bezeichnet diesen Moment am 19. Mai 2001 als besondersten Schalke-Moment seiner Fan-Laufbahn. "Ich saß oder stand in Block I neben einem meiner besten Freunde. Das 5:3 war mitreißend, es ging auf und ab und hin und her. Dann war das Ding zu Ende - und wir waren eigentlich Meister." (Statistik)
So stellte sich das Szenario auf den Bänken oben unterm Dach der Haupttribüne dar: Keiner saß mehr auf seinem Platz, und das schon über die ganze Spieldauer hinweg. Unser Gast Unterhaching ging 2:0 in Führung, wir schafften bis zur Halbzeit den Ausgleich. Nach der Pause war Haching erneut vorn. Wir bibberten, bis Jörg Böhme nach 73 Minuten das 3:3 erzielte - und kurz darauf das erlösende 4:3 schoss. Das 5:3, und das Stadion feierte. Viele hingen mit den Ohren nur noch an den Radios, denn das Parallelspiel in Hamburg war so wichtig: HSV gegen Bayern - sollten die Bayern dort verlieren, wäre Schalke Meister. Sergej Barbarez schoss den HSV tatsächlich in der 90. Minute mit 1:0 in Führung...
Der Rest ist bekannt: Die Nachspielzeit wurde live auf der Videowand in der Südkurve gezeigt. Wir sahen aus Block I mit an, wie die halbe Nordkurve bei uns schon auf den Rasen strömte und feierte. Wir sahen aber auch das Livebild aus Hamburg und dieses unnötige Tor von Andersson in der 5. Minute der Nachspielzeit. Aus Jubel wurde Enttäuschung und fassungsloses Kopfschütteln. Männer weinten, es war einfach ergreifend. Ein Fußballclub, ein großer Traum von 65.000 Fans im Stadion, den man live zerplatzen sah.
"Ich schaute mich um und mir war klar: Diesen Moment wirst du dein ganzes Leben lang nicht vergessen. Eine Stunde lang blieben wir noch auf unseren Plätzen, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Manche knabbern noch heute daran - ich habe diese Enttäuschung da oben in Block I in dieser Stunde verarbeitet."