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Do, 26. Juli 2018

Marion Kehls: "Da gibt's nur noch eine Steigerung"

Marion Kehls wird Anfang 2020 ihr Vorstandsamt als Ticketmanagerin niederlegen. Sie stellt sich nicht zur Wiederwahl, wie sie jetzt schon ankündigte. emspower.de fragte sie zu den Gründen, wie sie die Reiseleistung unserer Mitglieder einschätzt, was ihre Auswärts-Höhepunkte bisher waren und was sie von der neuen Saison sportlich erwartet.

Marion, 2014 wurdest du zur neuen Emspower-Ticketmanagerin gewählt. Jetzt hast du dem Vorstand angekündigt, dieses Amt über 2020 hinaus nicht weiterzuführen. Warum?

Der Job ist ziemlich zeitaufwendig und verantwortungsvoll. Von allen Seiten kommen Anfragen: Anrufe, E-Mails, What'sApp, Telefon, simple Zurufe. Ich merke, dass ich es nicht mehr zu 100 Prozent schaffe, das alles zu bewältigen. Diesen Job muss man aber zu 100 Prozent ausführen, ansonsten schleichen sich ganz schnell Fehler ein. Fehler können passieren, das ist mir klar. Sie können aber böse Folgen haben.

Was meinst du konkret?

Man kann vergessen, Bestellungen einzutragen. Das klingt erstmal nicht so schlimm, aber ist es doch: Wenn keine Karten mehr frei sind, aber Fanclub-Mitglieder sich schon auf die Tour vorbereitet und gefreut haben... derjenige kann dann aufgrund eines Fehlers des Ticketmanagers nicht mit. Das kann schnell passieren, weil die Bestellungen nicht nur am Donnerstag im Ludgeri-Eck aufgegeben werden. Wir haben im Vorstand auch deswegen jetzt entschieden, dass man nur noch via E-Mail an tickets(at)emspower.de bestellen kann; oder eben im Ludgeri-Eck. Über die anderen Wege wird nichts mehr angenommen. Das haben wir auch im neuen Sommer-Rundbrief so formuliert. Ich hoffe, dass sich alle Interessenten schnell an dieses Vorgehen gewöhnen. Für uns war es anders nicht mehr zu leisten.

Eine Ticketmanagerin ist sicher im Vorstand mit am nächsten an den Fans und Mitgliedern dran. Was braucht man, um diesen Job machen zu können?

Erstmal soll so ein Job auch Spaß machen. Hilfreich wäre sicher, wenn man einigermaßen locker auf Leute zugehen kann, da man natürlich zu jedem Mitglied persönlichen Kontakt hat. Man sollte Verantwortungsbewusstsein mitbringen und selbstständig arbeiten können. Etwas Organisationstalent ist auch hilfreich. Außerdem sollte man einen Computer bedienen können.

Wie viel Zeit hast du denn in den vergangenen Jahren investiert für deine Aufgabe?

Was willst Du da wissen? Stunden? Das kann ich so gar nicht sagen. Es gibt ja nicht nur was zu tun, wenn die Saison läuft. Es muss vor der neuen Saison einiges geplant werden. Außer dem reinen Kartengeschäft muss man praktisch an jedem Fanclubabend in der Kneipe sein. Auch die Bezirksveranstaltungen des SFCV sollte man besuchen. Also insgesamt geht da schon einiges an Zeit drauf.

Du bist selbst ja eine Vielfahrerin und bei fast allen internationalen Touren dabei. Wie hat sich Emspower aus deiner Sicht in den vergangenen - sagen wir mal zehn Jahren - in Sachen aktive Fahrerei entwickelt?

Die Menge der Vielfahrer ist glaube ich gesunken. Ich denke, das liegt aber auch daran, dass Schalke in den vergangenen Jahren nicht ganz so einen erfolgreichen Fußball gespielt hat; Ausnahme natürlich vergangene Saison, aber da waren wir nicht international vertreten. Das könnte sich nun wieder ändern, denke ich - und hoffe ich.

Was macht für dich eine gute Auswärtstour aus?

Für mich steht der Spaß während der Fahrt im Vordergrund. Es ist einfach cool zu sehen, wie zum Beispiel bei einer Buffetfahrt der Zusammenhalt gestärkt wird. Dann sieht man spätestens auf auf dem Parkplatz am Stadion oder im Gästeblock tolle Leute wieder, die man im Laufe der Jahre so kennengelernt hat. Ein Fanmarsch zum Spiel ist was ganz besonderes. Und generell ist die Stimmung einfach anders als bei einem Heimspiel. Spezieller. 

Wirst du auch in Zukunft die Farben von Emspower Rheine und Kuzorras Mädels auswärts in den Kurven Deutschlands und Europas vertreten?

Ja, natürlich. Ich habe den Vorstand darüber informiert, dass ich auch gerne weiterhin dem Vorstand zur Seite stehen möchte. Nur mit einer weniger zeitaufwendigen Aufgabe. Ich kann sehr gut organisieren und kann so bei Veranstaltungen, Auswärtsfahrten und anderen Fahrten wie zum Beispiel die zum Onkelz-Konzert im September helfen oder andere Aufgaben übernehmen. Außerdem könnte ich natürlich dem neuen Ticketmanager oder der -managerin unterstützend zur Seite stehen.

Mal zum Sportlichen: Wie schätzt du heute, mit etwas Abstand, die vergangene Saison ein? Was waren für dich die Garanten und ausschlaggebenden Faktoren für die Vizemeisterschaft?

Die ist für uns natürlich gut gelaufen. Vizemeister - da gibt's nur noch eine Steigerung... Vielleicht hatten wir aber auch etwas Glück. Die Bundesliga war nicht gerade gut, und wir sind bei einigen Spielen mit Glück als Sieger rausgegangen. Aber Glück gehört zum Fußball ja dazu. Mit einem 4:4 als "Derbysieger" in der Wellblechhütte zu feiern, ist natürlich nicht mehr zu toppen. 

Wie, glaubst du, wird sich die kommende Saison entwickeln?

Ich hoffe, wir können uns im oberen Tabellendrittel halten. Mal sehen, wie weit wir im Pokal kommen. Und die Champions League wird auch ihren Teil dazu beitragen, dass es bunt wird. Es wird aber ein schwerer Weg.

Mit Blick in die etwas weitere Vergangenheit und Zukunft: Auf was für einem Weg siehst du unseren Club zurzeit?

Auf einen guten Weg. Klar werden wir nicht jedes Spiel gewinnen, aber wenn Teamgeist und Kampf gezeigt wird, werden wir es wieder schaffen, erfolgreich zu sein. Auch international.

Was bedeutet für dich die Deutsche Meisterschaft - ein sehnlicher Traum oder nur eines von vielen Zielen, das für dich aber nicht über allem steht?

Das ist schon ein Ziel, das über allem steht.

Wer wird der entscheidende Mann auf Schalke sein für den Erfolg in der kommenden Saison?

Die gesamte Mannschaft inklusive Trainer. Nur gemeinsam entsteht Erfolg!

Was war für dich das größte Spiel deiner Schalke-Karriere - und was würdest du dir in dieser oder einer der nächsten Saisons noch wünschen?

Da fällt mir spontan das Spiel in Madrid ein, wo wir im März 2015 4:3 gewonnen haben. Nur fünf Minuten länger, und wir hätten den Seriensieger Madrid damals aus der Champions League geschmissen. Es gibt aber reichlich große Spiele, zum Beispiel das 5:2 in Mailand. Derbysiege sind immer was feines. Ach, eigentlich hat ja fast jedes Spiel etwas besonderes - das macht den Fußball aus.

Für diese Saison oder die kommenden Jahre... nun: Wünschen würde ich mir natürlich die Meisterschaft und den Gewinn der Champions League. Man darf ja mal träumen...

Schlussfrage: Wer wird eigentlich deine Nachfolge antreten und wie wirst du den Einstieg begleiten?

Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Ich habe ja jetzt erst bekannt gegeben, dass ich 2020 aufhöre. Ich bin somit noch 1 1/2 Jahre im Amt. Ich habe es nur jetzt schon gesagt, damit sich eventuell schon jemand melden kann, der Interesse an dem Amt hat. Damit wir die Zeit zur guten Einarbeitung nutzen können.

Marion, danke fürs Gespräch, deine Arbeit im Vorstand und auf eine gute neue Saison. Glückauf!

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